Tag der Menschen mit Behinderung – Besser als nichts

Der 2. Dezember ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Die gesamte tageszeitung (taz) wurde von ihnen gestaltet, toll das eine Zeitung das so ernst nimmt, es gibt ein  making of taz mit Behinderung. Im Abendblatt lese ich “ Mehr Geld und Selbstbestimmung für Behinderte“, es wird über das Bundesteilhabegesetz berichtet. Bisher durften Menschen mit Behinderung, die auf Assistenz angewiesen sind, nur 2600 € besitzen, alles weitere wurde ihnen zur FInanzierung der durch die Behinderung notwendigen Hilfeleistungen abgenommen. Diese Grenze wird angehoben, schrittweise auf 50.000 €. Was würden Menschen mit Krankheiten, die teure Operationen oder Medikationen nach sich ziehen, dazu sagen, wenn sie nur bis zu einer gewissen Summe Vermögen aufbauen dürften?

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Vor einem Jahr ist meine Mutter gestorben, ich habe etwas geerbt. Sollte ich auf Assistenz angewiesen sein, dürfte ich auch davon den jeweils erlaubten Anteil behalten? Nicht das erben mich irgendwie auszeichnet, aber es geht doch darum, ob Inklusion wirklich Gleichbehandlung bedeutet! Der Staat maßt sich an, mit dem Kostenargument Eingriffe in die Selbstbestimmugn seiner Bürger vorzunehmen. Wie wäre es, wenn auch andere Personengruppen, die das soziale System stärker belasten (Menschen, die gerne superschnell Auto fahren und deshalb auf geschwindigkeitsbegrenzungsfreie und gut asphaltierte Autobahnen angewiesen sind, Menschen die gerne Opern hören, die sich trotz hoher Eintrittspreise nicht kostendeckend finanzieren lassen um mal weg von den kostenträchtigen Krankheiten zu kommen…) in ihren erlaubten Besitztümern eingeschränkt würden. Ja, dieser Vergleich wird bestimmt auf dem längeren Bein hinken – es macht mich aber wütend, dass ein Gesetz, das zwar Verbesserungen mit sich bringt, aber KEINE Gerechtigkeit, geschweige denn eine wirkliche Solidargemeinschaft, als Erfolg verkauft wird. Menschen, die auf Assistenz angewiesen sind, sollen sich zukünftig Assistenten teilen, zu welchen Problemen das führt, erzählt Raul Krauhausen ab MInute 05:27. Die Benachteiligungen betreffen eine kleine Gruppe von Menschen, mit einer noch kleineren Lobby. Die Änderungen sind „besser als nichts“…

Hhm, wie bekomme ich den Bogen? Vor 6 Jahren durfte ich auf Schloss Bellevue im Rahmen einer Veranstaltung der Aktion Mensch zum Tag der MmB meine/die Arbeit von UTE e.V. vorstellen und wurde dabei gefilmt. Hier ist das zu sehen, habe es bisher nirgendwo gezeigt, hat leider keinen Bezug zu meiner politischen Unzufriedenheit, eher zu meinem Geltungsbedürfnis, in das Schloss kommt schließlich nicht jeder…

UTE auf Schloss Bellevue

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